[Trigami-Review]
Letzte Woche hats in meinen Briefkasten ein ziemlich erfreuliches Paket geschneit – es enthielt nämlich eine nagelneue Led Lenser M7R.

Einigen der Leser wird Led Lenser wohl ein Begriff sein. Es handelt sich dabei um eine Taschenlampenserie der Firma Zweibrüder Optoelectronics, welche die energiesparende und zukunftsweisende LED-Technologie einsetzt. Die Firma hat dafür auch schon einige Awards gewonnen.
LED-Lampen sind inzwischen recht verbreitet. Was die Led Lenser M7R, welche ich testen darf, von den anderen Lampen jedoch vor allem abhebt, ist das innovative Ladesystem, mit welchem man den integrierten wiederaufladbaren Lithium Ionen Akku wieder mit Energie befüllen kann.
Lampe & Lieferumfang
Zuerst jedoch zur Lampe selber. Die Lampe wird in einer eher billig gefertigten Plastikbox geliefert, welche in Zukunft wohl kaum einen Nutzen bringen wird. Als Verpackung ist sie aber gut geeignet. Die Lampe selber ist dafür umso besser verarbeitet.

Im Lieferumfang enthalten sind:
- Die Taschenlampe
- Der LiIo-Akku
- Ein USB-Ladegerät inkl. 230V Adapter für das Stromnetz
- Eine Halterung, um die Lampe beispielsweise am Gurt zu befestigen
- Eine Halterung um die Lampe und das Ladegerät an der Wand zu befestigen
- Eine kurze Bedienungsanleitung
Zusätzlich habe ich noch einen 12V-Ladeadapter für im Auto erhalten, welcher aber nicht im Standard-Lieferumfang enthalten ist.
Funktionsumfang
Die Lampe bietet verschiedene Lichtfunktionen, gebündelt zu sogenannten Lichtprogrammen (Die sogenannte “SMART Light Technology“). Intern funktionieren diese über einen eingebauten Microcontroller. Gesteuert wird das Ganze mithilfe des Multifunktions-Buttons (“Dynamic Switch” genannt) an der Rückseite der Lampe. Diesen Knopf kann man entweder ganz hineindrücken, oder auch nur leicht antippen. Die Idee finde ich dabei gut, die Umsetzung ist für meinen Geschmack allerdings etwas weniger gut gelungen – man muss ihn ziemlich stark hineindrücken, damit er wirklich einrastet. Dies hat allerdings auch den Vorteil, dass man die Lampe nicht versehentlich einschaltet.

Wenn man die Lampe erhält, befindet sie sich im “Professional Mode”. Damit kann man zwischen 5 verschiedenen Lichtfunktionen wählen, welche man nach dem Einschalten durch Antippen des Knopfes wechseln kann: Hell, Gedimmt (15%), Blinken, SOS, Stroboskop. Der gedimmte Modus ist zudem nicht auf 15% Lichtstärke limitiert, sondern man kann die Helligkeit individuell festlegen, wenn man den Knopf angetippt hält. (Klingt etwas kompliziert, ist es aber gar nicht
). Wenn man ausserdem den Knopf nicht ganz hineindrückt, erhällt man Licht im sogenannten Boost-Modus – es ist nochmals ein wenig heller als die normale helle Lichfunktion, sozusagen eine übertaktete Taschenlampe
. Das zweite Lichtprogramm heisst “Easy Mode” und bietet die zwei Lichtmodi Hell und Gedimmt. Ziemlich alltagstauglich. Das dritte Lichtprogramm ist der sogenannte “Defense Mode”. Dieser ist wohl vor allem auf Polizei und Kampfeinheiten ausgerichtet – man kann zwischen Hell und Stroboskop hin und her wechseln. Nützlich, wenn man sich verteidigen muss, der Stroboskopeffekt ist schon ziemlich irritierend wenn man direkt in die Lampe blickt. (Für den professionellen Einsatz in solchen Bereichen wäre allerdings eher die Taktische Led Lenser MT7 Taschenlampe zu empfehlen, mit welcher man auch ohne Weiteres mal eine Scheibe einschlagen kann.) Zwischen den verschiedenen Lichtprogrammen kann man mit einem speziellen Antippablauf wechseln.

Die Lampe leuchtet mit 220 Lumen und ist dementsprechend hell. Mithilfe des Advanced Focus System kann man dabei den Strahl sehr schön (auch einhändig) fokussieren und die Fokussierung auch fixieren. Hier ein Handyfoto von der Treppe im (ursprünglich) stockdunklen Haus:
Auf der Led Lenser Homepage gibt es auch noch eine Gallery mit User-übermittelten Fotos der Lampen im Einsatz. Diese sind jedoch mit Vorsicht zu geniessen, da man das Licht einer Lampe durch längere Belichtungszeit viel heller erscheinen lassen kann, als es in Wirklichkeit ist. Nichtsdestotrotz sind einige der bilder ziemlich beeindruckend.
Ladesystem
Die Sache mit dem Ladesystem ist ziemlich cool gelöst. Wie schon erwähnt, ist die Lampe – im Gegensatz zu der sonst ziemlich ähnlichen Led Lenser M7 – mit einem wiederaufladbaren 2200mAh LiIo-Akku bestückt (welcher übrigens keinen Memoryeffekt aufweist). Man hat dadurch übrigens auch eine nahezu doppelt so lange Laufzeit (20.5h) wie bei der M7. Laden kann man den Akku direkt in der Lampe, man benötigt lediglich das Netzteil, welches an dern einen Seite über einen USB-Anschluss verfügt, so dass man die Lampe (zumindest in der Zivilisation) fast überall aufladen kann (Laptop, Autoradio, Tontechnik-Equipment, etc). Für den Fall dass man keinen USB-Anschluss verfügbar hat, gibt es auch noch ein USB-Netzteil für das normale Stromnetz – coolerweise mit einem auswechselbaren Stecker, so dass er vermutlich auch im Ausland eingesetzt werden kann. Doch die Vorteile eines USB-Ladegerät sind noch nicht fertig – auch für den Zigarettenanzünder im Auto gibt es einen Ladeadapter. Und bestimmt gibt es auch Solarpanels mit USB-Anschluss, so dass man selbst im südamerikanischen Regenwald immer Licht hat, ohne dass man eine Tasche voller nicht besonders umweltfreundlichen Ersatzbatterien mitnehmen muss

Das Geniale am System ist allerdings, dass man es an der Taschenlampe nicht einstecken muss, stattdessen wird das Ladegerät mit einem starken Magneten an der Rückseite der Lampe befestigt (siehe Bilder). Dank der mitgelieferten, wandmontierbaren Halterung kann man die Lampe so extrem praktisch und schnell wieder aufladen, ein kurzer Griff reicht, um sie zu positionieren und wieder zu entfernen. Der Magnet ist dabei so stark, dass die Lampe von selbst festgehalten wird und nicht anderwertig befestigt werden muss. Zweibrüder nennt dieses verschleissfreie System “Floating Charge System“.
Auf der Oberseite des Ladesystems ist eine farbiger Ladezustands-Indikator, welche in Rot oder Grün den Ladestatus anzeigt. Sobald der Akku voll geladen ist, stoppt das Ladegerät die Stromzufuhr, damit der Akku nicht überladen und somit beschädigt wird.
Apropos Ladesystem: Ein weiterer wichtiger Punkt ist natürlich die Entladung. Bei den alten Glühbirnen-Taschenlampen wurde die Lichtstärke einfach immer wie schwächer, bis die Lampe dann ganz ausging. Bei LED-Lampen ist dies technisch gesehen nicht zwingend. Damit man aber nicht plötzlich im Dunkeln steht, gibt es bei der M7R zwei verschiedene Energy Modes – entweder wird die Lampe nach und nach schwächer, bis der Akku ganz leer ist, oder sie hält die Lichtstärke bis kein Strom mehr da ist und schaltet dann ganz aus.
Weitere Ressourcen
LedLenser ist auch auf Twitter und Facebook anzutreffen. Zudem bieten sie ein Forum für Fragen und Feedback an. Wer seine Frage lieber unabhängigen Personen stellt, ist wohl im Messerforum gut aufgehoben, dort tummeln sich einige Lampenexperten, welche sich sehr gut auskennen und auch mal Kritik bringen, welche man sonst nicht hört
Fazit
Einen Vergleich mit anderen Lampen in dieser Kategorie kann ich leider mangels Erfahrung nicht ziehen. Ich werde die Lampe jedoch sicher oft benutzen (z.B. für Nacht-Geocaching) und bin eigentlich ziemlich zufrieden damit. Vor allem für Privatpersonen welche die Lampe hobbymässig benutzen und bereit sind, ca. 150€ für so etwas zu bezahlen, gebe ich eine klare Kaufempfehlung. Aber ich denke die Lampe ist durchaus auch im professionellen Umfeld gut aufgehoben.
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