Ich habe mich schon öfters mit dem Thema “Zusätzliche Mausbuttons unter Linux” (genauer gesagt ein Tiltwheel einer Logitech RX250 Maus) befasst, da ich gerne die Play/Pause Taste auf nach-links-kippen und das nächste Lied auf nach-rechts-kippen gemappt habe. Bei Windows geht das über das mitgelieferte Logitech-Tool, Linux findet von denen allerdings nicht allzugrosse Beachtung.
In meinem neu installierten Fedora wurden zu meiner grossen Freude die Tiltwheel-Actions von Anfang an richtig erkannt; unter openSUSE war das immer ein grosses Gebastel. Deshalb werde ich nicht genauer auf die Treiberkonfiguration etc eingehen, wer Hilfe braucht wird am besten auf Google fündig. Nun denn, um die Button-ID herauszufinden benutzt man am besten das Tool xev. Bei mir waren Button-IDs 6 und 7.
ButtonRelease event, serial 30, synthetic NO, window 0x4a00001,
root 0x13b, subw 0x0, time 2501157, (129,75), root:(132,121),
state 0x10, button 6, same_screen YES
ButtonPress event, serial 30, synthetic NO, window 0x4a00001,
root 0x13b, subw 0x0, time 2503789, (129,75), root:(132,121),
state 0x10, button 7, same_screen YES
Mithilfe dieser Button-Codes kann man jetzt den Event auf einen Shell-Befehl mappen. Dies geht am besten mithilfe des Pakets XBindKeys, welches vermutlich in den jeweiligen Distro-Repos bereits enthalten ist. Bei Fedora und openSUSE war das jedenfalls der Fall…
Bevor man das Tool zum ersten mal startet sollte man noch eine Konfigurationsdatei anlegen. Dies geht ganz einfach mit dem Befehl xbindkeys --defaults > ~/.xbindkeysrc. Dann muss die Konfigurationsdatei noch an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden. Öffne die neu erstellte Datei ~/.xbindkeysrc mit dem Editor deiner Wahl (am besten mit vim, alle andern sind böse…
).
vim ~/.xbindkeysrc
Die Konfigurationsdatei ist recht gut dokumentiert, somit sollte es kein Problem sein die Mausbuttons zu konfigurieren. Als erstes sollten mal alle vorhandenen Konfigurationen auskommentiert werden um unerwartete Dinge zu vermeiden (wie z.B. dass control+f plötzlich auf eine konsole gemappt ist…
). Um amarok anzusteuern habe ich dcop verwendet. Um alle Möglichkeiten von dcop + amarok zu sehen am besten in der Konsole einfach dcop amarok eintippen.
Ich habe meiner .xbindkeysrc folgende Zeilen angehängt:
# Amarok Next and Pause/Play
"dcop amarok player playPause"
b:6
"dcop amarok player next"
b:7
# Amarok Volume Control
"dcop amarok player volumeDown"
Control + b:6 + Release
"dcop amarok player volumeUp"
Control + b:7 + Release
Nach dem Speichern in der Konsole xbindkeys eingeben und schon gehts los! Jetzt muss xbindkeys nur noch automatisch gestartet werden. Unter Gnome geht das unter System->Einstellungen->Persönlich->Sitzungen, unter KDE muss man dazu einen Symlink nach ~./kde/Autostart/ erstellen. Dies geht ganz einfach mit ln -s /usr/bin/xbindkeys ~./kde/Autostart/xbindkeys.
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